Schloss Apotheke in Siegen

Die Fassade der Schloss Apotheke sollte neu gestaltet werden.

Anlaß: Die Wertigkeit der Dienstleistungen dieser Apotheke wurde durch die bestehende Fassade nicht angemessen nach „außen“ getragen. Zusätzlich sollte ein barrierefreier Zugang hergestellt werden. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Bauwerk aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2.WK.  Die Gestaltung des Erdgeschosses hat zahlreiche Veränderungen erfahren und die zeittypischen Elemente der 50er Jahre waren auch vor dem Umbau nicht mehr vorhanden.

Geschichtlicher Hintergrund: Die historische Stadt Siegen wurde am 16.12.1944 in weiten Teilen des Zentrums zerstört. Nach dem 2. WK wurde die Stadt in -gemessen an stadtgeschichtlichen Maßstäben- kurzer Zeit wieder aufgebaut. Da der städtebauliche Masterplan des Kreisbaurates Simony schon bald nicht mehr befolgt wurde, zerfiel die ursprüngliche,  gestalerische Homogenität der Innenstadt. Aus diesem Mißstand wuchs die aktuell gültige neue Gestaltungssatzung der Innenstadt, die einige Zeit nach der Baumaßnahme verfasst wurde.

Zum Entwurf: Aus dem zuvor beschriebenen Zussammenhang wurde die Fassade so gestaltet, daß der Betrachter die Idee  einer gewachsenen Stadt erhält. Hierbei bauen historische, ortstypische Materialien ,wie Naturstein und Putz im Zusammenspiel mit großzügigen, rahmenlosen Verglasungen und einem modernen Erker eine „Brücke“ in die Gegenwart. Die Holzschiebeläden nehmen den Obergeschossen die ursprüngliche Kargkeit.  Hierbei ist die  Fassade keine historisierende Replik einer alten historischen Fassade sondern eine zeitgemäße / zeitlose Architektur unter teilweiser Verwendung historischer Materialien. Für den Namen der Apotheke ist die Verwendung von Bruchstein zudem eine materielle Assoziation zu einem Schloss. Ein nichttragend ausgebildeter Fenstersturz erlaubte die einfache, deutliche Vergrösserung der Schaufensterfassade. Hierdurch bietet sich aus dem Kundenraum der Apotheke eine besondere Blickbeziehung zum Marktplatz der Stadt.

Der Verwirklichung des barrierefreie Zugangs stellte im Gefälle des Bürgersteigs eine besondere Herausforderung dar. Die Stufen sind wie Höhenlinien angeordnet  und ermöglichen den barrierefreien Zugang von der Bergseite.