Neue Mitte Meggen

Am 26.05.20 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen des Rates der Stadt Lennestadt beschlossen, dem Konzept der INCLER GmbH für die Bebauung am Bahnhof Meggen den Zuschlag zu geben. Unser Schweizer Auftraggeber verpflichtet sich zu nachhaltigen Werten und effizienten Lösungen mit Integrität.

Mit unserem Vorentwurf, der in engster Zusammenarbeit mit unserem Kollegen Architekt Gunnlaugur Baldursson erarbeitet wurde, streben wir eine maximale Berücksichtigung öffentlicher, regionaler Interessen und Bedarfslagen an.

Der Brückenschlag vom ehemaligen Bahnhof-Empfangsgebäude zu dem Initialbauwerk in der Meggener Mitte ist durch folgende Eckpunkte charakterisiert:

  • barrierefreies Wohnen – familiengerechte Gestaltung
  • ökologische, auf den Ort abgestimmte Architektur
  • Gewerbe im EG in Abstimmung mit den Meggener Bürgern
  • Schaffung einer grünen Oase als neue Mitte
  • Initialbauwerk für eine barrierefreie Anbindung der Bahn
  • Neubau als Bindeglied der vorhandenen Strukturen beidseitig der Bahngleise
  • Wahrung der Identität des Ortes

Der von uns eingereichte Plan:

Unser Erläuterungsbericht, aktueller Stand:

Der Entwurf „Lichtblick Meggen“ konzeptioniert eine „Neue Mitte“ für Meggen nach folgendem Credo


„Stil ist das was bleibt, wenn die Mode geht“ (Joop)


Neue Ideen sind mit der bestehenden Struktur verwoben und werten den Platz funktional und gestalterisch im Kontext des Ortes auf. Durch Analogie der Architektur und Formensprache mit den städtebaulich vorhandenen Strukturen entsteht mit dem Neubau ein harmonisches Gesamtbild.


Der Neubau wird in der vorhandenen Struktur als neuer Ortskern verankert:

  • Transparente Durchblicke zu der Gebäudezeile aus Fachwerkhäusern der Ortsseite hinter den Gleisen. Die gliedernden Treppenhäuser sowie die Nutzungseinheiten im Erdgeschoss ermöglichen Durchblicke von beiden Seiten des Neubaus.
  • Thematische Fortsetzung der Aufreihung der Häuser der „von Stephan Straße“ Der Gebäuderiegel erfährt durch die Treppenhäuser und die Trennung der Dächer die Gestalt einer sichtbaren Reihung von Baukörpern. Hierdurch erfolgt eine Verklammerung der neuen Platzwand mit der „von Stephan Straße“.
  • Erzeugen von öffentlichen Freiraumqualitäten durch Erweiterung und Anbindung der bisher im Verkehrsraum isolierten grünen Insel mit Denkmal und Brunnen. Der bisherige Straßenraum zwischen Neubau und Verkehrsinsel wird als öffentlicher, erweiterter Freiraum umgestaltet. Die Kanten des neuen Grünraums stellen vielfältige Bezüge zum Umfeld her und bewirken, dass Neubau, öffentlicher Raum und der historische Ort organisch miteinander verwachsen.
  • Regionalbezug in Form und Material. Der Entwurf interpretiert u.a. ortstypische historische Giebel neu. Die Fassaden der monolithisch gedämmten Gebäude sind als Lochfassade mit einem mineralischem Putz in regional typischen, pastelligen Farben hergestellt. Die Gestaltung der Dacheindeckung schreibt den baulichen Bestand fort. Der Neubau ist so gestalterisch regional verortet und wird als Bestandteil des Ortes wahrnehmbar.
  • Radweg – E-Bike Station. Der vorgegebene Abstand zur Unterführung wird gewahrt und bietet Raum für das Abstellen von Fahrrädern und E-Bikes, die hier aufgeladen werden können. Der Ort wird so zu einem attraktiven Zwischenstop bzw. Erholungsziel am Radweg an der Lenneschiene.
  • Zukunftsoption. Der Entwurf schafft die Voraussetzungen die durch die Bahnlinie getrennten Stadtteile zu einem späteren Zeitpunkt als unabhängige Maßnahme gestalterisch zu vereinen. Die Form der Rampe setzt die Großform des neu gestalteten Platzes fort und führt Fußgänger sowie optional auch Radfahrer. Für die Zukunft kann dieser Neubau Anlass und Weichenstellung für eine barrierefreie Anbindung der Bahn und der räumlich getrennten Ortsteile, insbesondere von Kirche und Friedhof werden.

Der Neubau ist als Wohnungsbau konzipiert. Die Wohnungen sind barrierefrei, für jung und alt, Familien und Paare gleichermaßen geeignet. Im Erdgeschoss wird ein Raumangebot geschaffen, das der ortsverträglichen Belebung der Mitte von Meggen Gestalt gibt.

Jugendstilbad in Siegen

Update 26.08.2019

Leider wird  das Jugenstilschwimmbad abgebrochen.

Es folgt ein Beispiel aus Colmar wo man ein Jugendstilschwimmbad in ein Museum eingebettet hat. Dieses Schwimmbad ist sicher ungleich prächtiger, wie es unser Schwimmbad war. Das gilt jedoch für nahezu alle baulichen Zeugnisse in unserer Region und schmälert nicht den Wert der Architektur des ehemaligen Siegener Bades. Stichwort :Destruktionstrend

Durch einen Bericht der Siegener Zeitung wurde am 06.10.17 öffentlich, dass das noch vorhandene Jugendstilbad für den Neubau einer Seniorenwohnanlage abgebrochen werden soll. Dem Zeitungsartikel war zu entnehmen, dass eine Planung jedoch noch nicht begonnen wurde.

In einer Mail an unseren Stadtbaurat Schumann hatte ich folgendes geschrieben:

“Guten Morgen Herr Schumann,

der anhängende Artikel aus der SZ ist mir aufgefallen. Es muß sicher nicht alles erhalten bleiben was alt ist. In unserer Stadt Siegen müssen wir bekanntlich um jedes identifikationsstiftende und ggf. erhaltenswerte Gebäude ringen. Am Projektanfang, wo noch kein Strich getan ist, steht in diesem Fall, wie üblich in unserer Stadt schon fest, dass (das alte Jugendstilschwimmbad) abgerissen werden soll. Hierzu habe ich ein paar Gedanken und Anregungen zur Sache, die ich Ihnen auf diesem Wege mitteilen möchte.

Mir ist nicht bekannt in welchem Zustand sich das Jugendstilschwimmbad derzeit befindet – das sollte mit einem unvoreingenommenen, freundlichem Blick untersucht werden . Wenn es erhaltenswerte Teile, Strukturen an diesem Gebäude gibt, könnte eine Einbettung des Bauwerks überlegt werden:

Seniorenheime als Neubauten , wie sie heute überlicherweise gebaut werden haben m. E. einen grundsätzlichen, schwerwiegenden Mangel: Die psychischen Bedürfnisse der Bewohner werden oft von rein funktionalen Erfordernissen überlagert. Bei den Senioren handelt es sich zumeist um “entwurzelte” Personen, die oft als Einzelperson aus gewohnten baulichen und familären Infrastrukturen in ein gänzlich neues Umfeld versetzt werden. In einem historischen Gebäude, dass mit gutem Willen und gestalterischer Geschicklichkeit in einen Neubau eingebettet wird liegt die seltene Chance eine “Idendifikationsbrücke” für die Bewohner zu bauen. Vielleicht ist das Schwimmbad ja als Gemeinschafts-und Verwaltungsbereich zu verwerten? Das Grundstück ist mit 4000 qm ja nicht gerade winzig.

Zur Klärung lohnt sich wahrscheinlich ein Wettbewerb.

Viele Grüße”

Aus einem Gespräch mit Architekt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Michael Lenhart entwickelte sich der Gedanke diese Aufgabe von Studierenden aus dem Department Architektur (Fakultät II) der Universität Siegen  ausarbeiten zu lassen.

Dieser wurde in Form von Masterarbeiten umgesetzt und am 22.09.18 in der Siegener Zeitung öffentlich. Prof. Michael Lenhart hat mich eingeladen die Präsentation als Gast zu kommentieren.

Ein paar Ideen der Studenten haben es verdient noch einmal verdeutlicht zu werden, was mit meinem am 02.10.18 in der Siegener Zeitung veröffentlichten Leserbrief erfolgte:

“Es ist toll dass die Siegener Zeitung den studentischen Arbeiten und dem Jugendstilbad einen so großen Rahmen gewährte! Zwei Punkte bedürfen der Erläuterung:

Es gibt nicht zu viele Kulturbauten, selbstverständlich kann es nicht genug davon geben. Die Nutzungsidee Kulturbau hat an dieser Stelle jedoch aus wirtschaftlichen Gründen wenig Potenzial für einen rentablen Erhalt des Jugendstilbades.

Bei den vorgestellten Entwürfen ging es sehr wohl ums Wohnen für Senioren. Hierfür wurde z.b. ein besonders zukunftsweisendes Konzept vorgestellt. Üblich ist bisher, dass die “Eltern -Generation” aus ihrem gewohnten Wohnumfeld heraus in Gebäude umzieht, die im Wesentlichen nur die “altersgerechte” und barrierefreie Unterbringung ermöglicht. Vom allgemeinen gesellschaftlichen Leben sind die Senioren separiert und folglich isoliert . Hier wurde ein inklusiver Gedanke präsentiert, der weit über die Durchmischung von Senioren mit anderen Generationsmodellen hinausgeht. Durch den Ergänzungsgedanken der öffentlichen Markthalle mit uferseitiger Bewirtung erfolgt eine zusätzliche gesellschaftliche Integration in das alltägliche Leben mit der weiteren Chance sich mit Tätigkeiten selber einzubringen. Die Idee der Markthalle erlaubt wegen geringerer energetischer Anforderungen eine sparsame und wirtschaftliche Umsetzung. Auch die bei einem Bauwerk aus der Zeit sicher fehlenden Sperren gegen aufsteigende Bodenfeuchte verlieren hier ihren Schrecken. Die nachträglich eingezogenen statisch unabhängigen Zwischendecken lassen sich ohne Einfluss auf das eigentliche Gebäudetragwerk zurückbauen damit die gedachte Markthalle entstehen kann .

Das Gesamtprojekt hat m.E. das Potential zu einem weiteren besonders wertvollen, identitätsstiftenden Ort der Stadt Siegen. Das Siegufer könnte nach Siegen zu Neuen Ufern eine weitere innenstadtnahe, zusätzlich über Fuß- oder Fahrradweg, erreichbare Attraktion erhalten. Die studentischen Arbeiten haben in der Summe der Einzelergebnisse aufgezeigt dass man realistische, zukunftsweisende Projekte entwickeln kann, wenn man es vermeidet nur “im eigenen Saft zu schmoren ” und laden zum Weiterdenken ein.”

Im folgenden Link kann man die Bedeutung des Siegener Schwimmbads an ähnlichen Beispielen ermessen: Das Schwimmbad im Jugendstil

Vortrag Abtei Brauweiler

Vorträge zu Denkmalpflege und Archivwesen

Haus Mayer-Kuckuk in Bad Honnef, Foto: Vanessa Lange
Donnerstag, 25. Januar 2018, 18 Uhr, Äbtesaal
Haus Mayer-Kuckuk in Bad Honnef. Sanierung einer experimentellen Holzkonstruktion von 1967
Referierende

Dr. Gundula Lang, Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege und Dipl.-Ing. Christian Welter, projektplus GmbH Siegen

Das Wohnhaus für den Atomphysiker Theo Mayer-Kuckuk wurde 1967 als Prototyp für einen modularen Systembau errichtet. Mit der Verwendung von industriell vorgefertigten Elementen und neuen technisch-konstruktiven Lösungen entspricht es den architektur-utopistischen Tendenzen der 1960er- und 1970er-Jahre. Starke Feuchtigkeitsschäden an der Konstruktion stellten Architekt, Eigentümerschaft und Denkmalpflege jüngst vor die große Herausforderung, eine denkmalgerechte Lösung für den Umgang mit dem industriellen Material und der denkmalwertbestimmenden Konstruktion des experimentellen Bauwerks zu finden.
Für die Instandsetzung wurden die Eigentümer 2016 mit dem Rheinisch-Westfälischen Staatspreis für Denkmalpflege ausgezeichnet.
Veranstalter

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland
Veranstaltungsort

LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler, Äbtesaal

Eintritt frei

Arbeitsvorbereitung

Im Dialog mit dem Bauherrn wird die Aufgabenstellung erörtert und die damit verbundenen vielfältigen Zielvorstellungen, Budgets und geplanten zeitlichen Abläufe umrissen. Bei Um- oder Anbauten, Instandsetzungen oder Sanierungen wird, falls Unterlagen zum Bestand nicht vorhanden oder unzureichend sind, vor einer vertiefenden Planung der Gebäudebestand aufgemessen und in Form eines 3D-CAD-Modells erfaßt.

Auch bei Neubauten empfehlen wir rechtzeitig auf Basis vermessungstechnischer Grundlagen des Baugrundstücks zu arbeiten. Fehleinschätzungen über tatsächliche Grundstücksgeometrien, Kanallagen, Topographien werden vermieden.

Sind Sie noch auf der Suche nach einer Immobilie oder einem Baugrundstück, lesen Sie bitte meine Ratgeber unter der Rubrik “Wissenswertes” zum Thema Immobilienerwerb.

Entwurf

Nach einer eingehenden Analyse der Zielvorstellungen und Abgleich mit den Randbedingungen beginnt die Vorentwurfs- und Entwurfsphase. Beim Vorentwurf erhalten Sie die ersten Kostenschätzungen zum Abgleich mit dem Budget. Der Entwurf entsteht in enger Rückkopplung mit Ihnen. Neben dem 3-D CAD Modell fertigen wir auch klassische Architekturmodelle, die dem Laien und auch dem Fachmann beim Verständnis des geplanten Bauwerks helfen.
In frühen Phasen erfolgt die Klärung der Genehmigungsfähigkeit der Entwürfe. Verbindlichkeit erreicht man im Hinblick auf die öffentlich-rechtliche Komponente lediglich durch Bauvoranfragen oder Bauanträge. Der Bauantrag wird meistens nach Fertigstellung des Entwurfs eingereicht, wenn alle Zielvorstellungen und Randbedingungen bestmöglich integriert sind.

Integrierte Planung

Das aktuelle Bauen hat durch Tragwerke, Technische Ausstattungen, Brandschutz, Bauphysik, Bauchemie und Baurecht eine nicht offensichtliche Komplexität.

Die leider noch immer gängige Praxis Fachplanungen auf einen fertigen Entwurf zu setzen führt zu unwirtschaftlichen und wenig funktionalen Bauwerken.

Bauwerke sollen zusammen mit der Haustechnik einen funktionierenden “Organismus” bilden.
Hierfür binden wir zum frühest möglichen Zeitpunkt die erforderlichen Spezialisten in die Planung ein.

Grundsätzlich möchten wir das Bauen nicht komplizierter machen als es ohnehin schon ist.
Wir ziehen einfache architektonische Lösungen vor, die ohne eventuell anfällige oder komplexe Technik nach den Gesetzen der Physik funktionieren.

Ökologie

Der sinnvolle Umgang mit den für das Bauen verfügbaren Ressourcen legt die Verwendung ökologischer Baumaterialien nahe. Oft sind diese in der Erstinvestition teurer, amortisieren sich aber auf Grund höherer Wertbeständigkeit und geringerem Energieverbrauch.

Als Beispiel ist hier der Vergleich zwischen leichten Dämmungen wie Mineralwolle gegenüber ökologischen Zellulose-Dämmungen zu nennen. Im Sommer bewirkt der schnellere Wärmetransport der leichten Dämmung einen wesentlich schlechteren sommerlichen Hitzeschutz als eine schwerere ökologische Zellulosedämmung.

Ökologisches Bauen erzeugt Mehrwerte, reduziert Energieverbräuche und schont Ressourcen.

zu diesem Thema sind auch folgende Seiten von Interesse:
Fensterauswahl: Holz, Kunststoff- oder Alu?

Ist Bauen mit einem Wärmedämmverbundsystem sinnvoll?

Abdichtungssysteme bei Flachdächern: PVC oder FPO

Ausführungsplanung

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Ausarbeitung von Ausführungsplänen. Die in diesem Arbeitsprozess vertiefte Auseinandersetzung macht ausgereifte Details erst möglich.

Grundlage einer qualitätvollen Bauausführung und eines effektiven Bauablaufs sind durchdachte Ausführungs- und Detailpläne.

Diese Pläne sind darüber hinaus zeichnerisch eindeutige Festlegungen und idealerweise auch Vereinbarungen über die Ausführung der Bauleistungen und sorgen dafür, dass Leistungen nicht frei interpretiert werden können.

Der gesamte Planungsprozess erfolgt bei uns in Form eines virtuellen 3-D Modells. Auf diese Art wird die Plausibilität der Planung bis ins Detail gewahrt.